Auf dem Weg zur Genossenschaftssiedlung
Die Siedlung Glärnisch wurde – anders als die anderen Siedlungen der Baugenossenschaft Schönheim – nicht selbst erbaut, sondern vor einigen Jahren gekauft. Der Legende nach gehörte sie früher einer sehr vermögenden Frau, die keine Erben hatte und sich überlegte, wem sie die Siedlung vermachen könnte.
Ihr war wichtig, dass es nicht um Profit geht, sondern dass etwas Sinnvolles und Gutes weiterbestehen kann. Deshalb hat sie die Siedlung einem Altersheim vererbt. Dort merkte man aber schnell, dass die Wohnungen nicht altersgerecht sind und entschied sich für einen Verkauf. Interessenten gab es viele – eine Siedlung an bester Lage an der Goldküste, viel Geld im Spiel, und wohl auch Pläne, alles abzureissen und neu zu bauen. Das Altersheim hat sich dann aber bewusst für die Baugenossenschaft Schönheim entschieden, um den Gedanken der ursprünglichen Besitzerin weiterzuführen.
Aus diesem Hintergrund heraus gibt es in der Siedlung Glärnisch in Männedorf etwas Besonderes – etwas, das es so in keiner anderen Schönheim-Siedlung gibt: Es gibt Luna, einen Hund. In der Baugenossenschaft Schönheim gilt generell ein Hundeverbot, aber in Männedorf Glärnisch gibt es eine Ausnahme, die genau darauf zurückgeht: Schon vor dem Verkauf lebte in der Siedlung eine ältere Dame mit ihrem Hund. Als die Baugenossenschaft Schönheim übernahm, konnten alle Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Wohnungen bleiben – und damit auch die Tiere, die bereits da waren. Neue Tiere dürfen laut Reglement ganz klar nicht angeschafft werden, aber die bestehenden durften in dieser Ausnahmesituation bleiben. So ist Luna heute vermutlich der einzige Hund in der ganzen Genossenschaft.
Auch sonst ist einiges in Bewegung an der Glärnischstrasse:
Ein ehemaliger Bastelraum wurde zum Gemeinschaftsraum umgestaltet, wo nun die erste Siedlungsversammlung stattfindet.
In alten Siedlungen ist es sehr selten, dass überhaupt solche Räume existieren. Umso bedeutsamer ist es, dass in Männedorf Glärnisch nun ein Bastelraum in einen Gemeinschaftsraum umgewandelt wurde. Und interessanterweise haben sich deutlich mehr Leute angemeldet als früher, wo man die Siedlungsversammlung in einem externen Raum im Dorf abhielt.
Man merkt, die Siedlung verändert sich, auch wenn es dafür Zeit braucht. Einige Bewohnerinnen und Bewohner aus der Zeit vor der Genossenschaft sind noch zurückhaltend, aber Schritt für Schritt entwickelt sich die Siedlung als Ganzes weg vom Alten hin zur gelebten Genossenschaft.