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Gemeinsam im Umbruch

Seit zwei Jahren verändern sich die beiden Mehrfamilienhäuser an der Stationsstrasse in Samstagern Schritt für Schritt. Es wird umgebaut und Conny Hürlimann erlebt die Umbauphase als Hausabwärtin, Siedlungsobfrau und Ansprechperson für fast alles ganz nah.

«Es ist eigentlich spannend, weil man den Fortschritt sieht und sich darauf freuen kann», sagt sie. Und trotzdem ist der Alltag anders geworden. «Wir können im Moment nichts gemeinsam machen», erzählt sie.

«Ich sehe so fest, dass die Bewohnerinnen und Bewohner gerne wieder mehr zusammen sein würden, aber es fehlt halt wirklich an Platz. Überall stehen Bagger und Mulden – eine Baustelle halt».

Conny Hürlimann

Der Umbau läuft etappenweise: 2024 der Umzug ins Haus 36, 2025 die Rückkehr ins 38, und kaum war das geschafft, folgte der Umbau des zweiten Hauses seit Januar 2026. Eine ständige Umbruchsphase. Und trotzdem bleibt die Stimmung erstaunlich gut. «Der Architekt sagt immer, dass sich viele proaktiv bei ihm melden und sagen, es komme so gut.» Auch im Alltag wird der Umbau nicht nur als Belastung erlebt. «Es ist gar nicht schlimm vom Lärm her, eher spannend, weil man den Fortschritt sieht und sich darauf freuen kann.»

Hat der Umbau die Nachbarschaft verändert? «Auseinandergebracht hat es uns nicht», sagt Conny. «Ich glaube, wir haben uns eher zusammengerauft.» Die ersten Strapazen seien schon da gewesen, aber danach habe sich etwas gefestigt. «Heute muss ich sagen: Hut ab, dass wir das als Gemeinschaft so toll bewerkstelligen.» Und trotzdem ist da diese Sehnsucht nach dem, was fehlt: nach dem Draussen, nach dem Einfach-zusammen-Sein. «Wir freuen uns sooo fest, wenn es fertig ist – wenn wir wieder alle zusammen draussen grillieren können.» Der neue Grillplatz, der neue Spielplatz – Orte, die mehr sind als nur Infrastruktur.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten voraussichtlich Anfang 2027 kommen auch neue Bewohnerinnen und Bewohner dazu, rund acht Parteien. Für Conny ist das eine Chance. «Ich freue mich auf neue Familien mit Kindern, dass wieder Leben einkehrt.» Und gleichzeitig ist ihr etwas anderes fast noch wichtiger: «Ich möchte den Zusammenhalt von vor dem Umbau mitnehmen – und auch den, der sich in dieser Zeit grad nochmals gefestigt hat.» Vielleicht ist genau das das Besondere an dieser Umbruchsphase: dass etwas durcheinandergerät und gleichzeitig etwas Neues entsteht. Und vielleicht dann, wenn die Bagger weg sind, wieder seine volle Grösse erreichen darf.

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